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Die Leuchttürme der Bretagne

Von den insgesamt 148 Leuchttürmen an Frankreichs Küsten befindet sich ungefähr ein Drittel in der Bretagne, was insofern nicht überraschend ist als die Bretagne auch für ungefähr ein Drittel der gesamten Küstenlänge Frankreichs steht. Alleine in der Finistère stehen 23 dieser Leuchttürme entweder an der Küste oder auch im Meer. Darunter sind der stärkste Leuchtturm der Welt sowie der größte und der älteste in Europa!

Schon seit ein paar Jahren oder Jahrzehnten sind die Leuchttürme automatisiert, aber trotzdem sind diese seit dem Ende des 18. Jahrhunderts gebauten Wahrzeichen entlang der französischen Küste immer noch ein nächtlicher Begleiter der Seeleute, damit diese ihre Schiffe auch bei Nacht sicher auf Kurs halten können.




Phares de Bretagne

Foto von Philip Plisson der auf unseren Partnerseiten vorgestellt wird, Webseite www.plisson.com


Die zerklüftete Küste der Bretagne, starke Strömungen und die ausgeprägten Gezeiten sind der Grund dafür, dass sich hier im Vergleich zu anderen Küstenregionen Frankreichs und vielleicht sogar der Welt, die meisten Navigationshilfen und Schifffahrtszeichen befinden. Es ist noch nicht so lange her, dass die letzten Leuchtturmwärter selbst aktiv dafür sogen mussten, dass die Lichtzeichen reibungslos funktionieren, aber heute sind alle Leuchttürme sozusagen ferngesteuert auch wenn einige noch Leuchtturmwärter haben.

Egal ob Sie auf Felsen im Meer oder direkt an der Küste gebaut wurden, sind die Leuchttürme der Region inzwischen nicht nur den Seeleuten aus aller Herren Länder bekannt, deren Sicherheit sie seit Jahrhunderten garantierten. Heute sind sie auch Touristenattraktionen.

Und trotz ausgeklügelter moderner Navigationshilfen wie Baken mit Sendefunktion, Radar und GPS bleiben die Leuchttürme für Seeleute eine höchst zuverlässige Orientierungshilfe auf die sie nach wie vor kaum verzichten können. Und dafür ist jeder Leuchtturm mit leistungsstarken Scheinwerfern ausgestattet, das mit jeweils spezifischen Lichtzeichen verrät, um welchen Leuchtturm es sich handelt und die gefahrlose Passage für den Schiffsverkehr erlaubt. Mit dem Aufkommen der bereits genannten modernen Orientierungshilfen wurden und werden aber tatsächlich einige Leuchttürme überflüssig, so dass heute weltweit noch ungefähr 1.500 betrieben werden, die meisten davon unbemannt und automatisiert.


escaliers de PhareFoto von Philip Plisson der auf unseren Partnerseiten vorgestellt wird, Webseite www.plisson.com


Egal ob auf See oder an Land sind diese Leuchttürme unwiderruflich stolzer Bestandteil des Landschaftsbildes der Bretagne, deren Besuch naheliegend ist. Nachfolgend seien die bemerkenswertesten dieser ‚steinernen Riesen kurz vorgestellt.



Der Leuchtturm d’Ar-Men

Der Leuchtturm d’Ar-Men befindet sich am Ende der Chaussée de Sein vor der Point du Raz und zwischen der Küste und der Insel von Sein. ‚Ar-Men‘ bedeutet aus dem Bretonischen übersetzt ‚Stein‘ und vielleicht bezieht sich diese Bezeichnung lediglich auf den Felsen, auf dem er gebaut ist? Aufgrund seines Spitznamens ‚Hölle der Leuchtturmwächter‘ war es wohl gut, dass der Leuchtturm seit 1990 automatisiert betrieben wird.


Le Phare d'Armen

Le Phare d'Ar-Men, Foto von Philip Plisson der auf unseren Partnerseiten vorgestellt wird, Webseite www.plisson.com



Der Leuchtturm der Ile Vierge

Dieser Leuchtturm ist mit 82,5m der größte der nördlichen Finistère und sogar der größte in Europa! Darüber hinaus ist er der größte steinerne Leuchtturm der Welt, zu dem genau 365 Treppenstufen hinaufführen. Dementsprechend ist er in einem Radius von 52km in der nördlichen Finistère mit seinem schützenden Licht sichtbar. Die Wände dieses steinernen Riesen sind mit 900m² Opalin verputzt, um sie vor Korrosion zu schützen. Bis zum Jahr 2010 war er der letzte bemannte Leuchtturm der Bretagne.


Le Phare de l'île vierge

Le Phare de L'ïle Vierge, Foto von Philip Plisson der auf unseren Partnerseiten vorgestellt wird,
Webseite www.plisson.com



Der Leuchtturm von Creac‘h

Dieser auf der Insel Ouessant gelegene Leuchtturm ist einer der lichtstärksten wenn nicht der lichtstärkste der Welt. Das ist aber auch erforderlich um die Rail d’Ouessant zu schützen, einer der meistbefahrensten Meeresstraßen der Welt vom Nordatlantik bis zum Ärmelkanal. Im Jahr 1857 regte der Ingenieur Caradec den Bau an, um ein eindeutiges Navigationszeichen an der Stelle zu zu setzen, wo die Insel Ouessant an der einen oder anderen Seite umfahren werden kann. Zwar kann dieser Leuchtturm nicht bestiegen werden, jedoch findet man im Sockel, im ehemaligen Maschinenraum das berühmte Leuchtturmmuseum ‚Le Musée des Phares et Balises‘. Besonders bemerkenswert ist dabei die wohl umfangreichste Sammlung von ‚Fresnel‘ Linsen weltweit sowie andere Gegenstände wie Lichtbogenlampen etc.



Le Phare de Créac'h

Le Phare de Créac'h, Foto von Guillaume Plisson, Website www.plisson.com



Der Leuchtturm von Stiff

Der Leuchtturm von Stiff, ebenfalls auf Ouessant gelegen, wurde 1699 erbaut und ist damit nicht nur der älteste der Bretagne sondern ganz Frankreichs. Er wurde schon seit 1878 automatisiert betrieben und ist seit 1990 unbemannt. Sein Doppelturm in der Optik von zwei Kegelstümpfen überwacht den Eingang zum Kanal nordwestlich von Ouessant.


Le Phare du Stiff

Le Phare du Stiff, Foto von Philippe Salin.


Der Leuchtturm von Eckmühl

Der 60 Meter hohe und über 100 Jahre alte Gigant aus Granit am südlichsten Punkt der Finistère, mit der Signalstation von Penmarc’h zu seinen Füßen, ist eines der meistbesuchten Orte im Department. Von oben bietet sich ein atemberaubendes Panorama der bretonischen Küste, von den Glénan Inseln im Süden bis hin zu der Insel Sein im Norden. Der Bau dieses Leuchtturms wurde durch die Großzügigkeit von Adelaïde Louise Davout d’Eckmühl ermöglicht, die dem französischen Staat eine signifikante Summe für den Bau eines Leuchtturms an der bretonischen Küste vererbte, der diesen dann zum Dank auch nach ihr benannte.


Der Leuchtturm von Cap Fréhel

Mit einer Höhe von 70 Metern überragt dieser Leuchtturm an der Spitze des Caps Fréhel den Kanal, von dem er seine starken Lichtkegel wirft, welche zu den fünf stärksten in Frankreich gehören. Die Aufgabe dieses quadratischen Turms ist, Schiffen eine sichere Passage von der Bucht von St Brieuc bis zum Hafen von St Malo zu gewähren. Im zweiten Weltkrieg wurde der Turm von deutschen Soldaten auch als Wachtturm genutzt, im Jahr 1944 zerstört und dann bis 1950 sukzessive wieder aufgebaut.


Der Leuchtturm von Ploumanac’h

Ploumanac’h ist eine Dorfgemeinschaft an der Rosa Granitküste im Department Côtes d’Armor und der Leuchtturm fügt sich hier perfekt ein, weil er selbst aus rosa Granit gebaut ist und bei Sonnenuntergang rosa zu strahlen scheint.



Phare de Ploumanac'h

Le Phare de Ploumanac'h, Foto von Philip Plisson der auf unseren Partnerseiten vorgestellt wird, Webseite www.plisson.com


Entlang der ganzen bretonischen Küste stehen diese beeindruckenden Bauwerke als Wächter des Meeres und unersetzliche Orientierungshilfen für die Seefahrt.




La Pointe du Raz

Le Raz de Sein, Foto von Philip Plisson der auf unseren Partnerseiten vorgestellt wird, Webseite www.plisson.com



Viele weitere großartige bretonische Leuchttürme hätten hier ebenso vorgestellt werden können wie etwa der von Sept-Îles bei Perros-Guirec in Côtes d’Armor, welcher erstmalig zwischen 1832 und 1835 erbaut wurde und über einen ‚Aerogenerator‘ verfügt, der einen autonomen Betrieb des Leuchtfeuers ermöglicht.

Gleiches gilt für den Leuchtturm Jument in der Finistère bei Ouessant in der See von Iroise, der zwischen 1904 und 1914 errichtet wurde.



Le Phare de la Jument

Le Phare de la Jument, Foto von Philip Plisson der auf unseren Partnerseiten vorgestellt wird,
Webseite www.plisson.com


Nennenswert sind außerdem die Leuchtturm von Roches-Douves in Côtes d’Armor nordöstlich der Insel Bréhat, ein zylinderförmiger Turm aus Granit sowie ebenfalls auf Bréhat der Leuchtturm Paon im Norden der Insel vor der Küste von Paimpol. Dieser Leuchtturm wurde 1860 gebaut, 1942 elektrifiziert, 1944 von deutschen Truppen zerstört und dann 1949 in rosa Granit wiedererrichtet und automatisiert.

Und im Department Morbihan gibt es schließlich noch den Leuchtturm ‚Phare des Poulains‘ am westlichsten Punkt der Insel Belle-Île, der am 15ten September 1868 in Betrieb genommen wurde und ein Wohn-Leuchtturm ist. Ein weiteres solches Exemplar ist der Leuchtturm Pontusval auf der Landzunge Beg Pol bei Brignogan in der nördlichen Finistère.


Maison Phare des Poulains

La Pointe des Poulains, Foto von Philip Plisson der auf unseren Partnerseiten vorgestellt wird,
Webseite www.plisson.com


Von den Leuchttürmen der Bretagne waren sieben schon eine ganze Weile als schützenswerte Kulturdenkmäler klassifiziert und fünf davon gehören zur kleinen Gruppe derer, die immer noch benannt sind (Sein, Créac’h, Belle-Île-en-Mer and Fréhel). Seit dem 15ten März 2016 genießen neun weitere bretonische Leuchttürme ebenfalls den Status als schützenswerte Kulturdenkmäler, nämlich Triagoz, Roches-Douvres, l'Île-de-Batz, Four, Pierres-Noires, Ar-Men, La Jument, Nividic, und Kéréon. Letzterer trägt den Spitznamen ‚Palast zur See‘ wegen seines kunstvollen Innenausbaus aus Holz: Höchste Handwerkskunst in einem lebendigen Museum in der frischen Luft der Bretagne!


Phare de Kéréon


Le Phare de Kéréon, Foto von Philip Plisson der auf unseren Partnerseiten vorgestellt wird,
Webseite www.plisson.com


Es bleibt zu hoffen, dass mit dieser Vorstellung das gebührende Interesse an diesen Wahrzeichen der bretonischen Küste geweckt wird verbunden mit dem Wunsch und der Verpflichtung dass diese auch in Zukunft als Zeugen unserer einzigartigen Geschichte erhalten werden.

Philippe