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Strandfischerei

Mit der Strandfischerei bietet sich dem Besucher während seines Aufenthalts in der Bretagne eine außergewöhnliche Freizeitaktivität, die Groß und Klein Spaß bereitet.

Diese Aktivität ist bei den Bretonen äußerst beliebt, denn die reiche Vielfalt unserer Küste bietet Fangmöglichkeiten insbesondere für ungezählte Muschelarten, Weich- und Krustentiere und nach jeder Flut sieht man Kinder, aber auch ihre Eltern sowie die alten Hasen,  wie sie Felsen und Sandbänke erkunden und dabei Steine und Felsen umdrehen, Algen durchsuchen oder im Sand graben, um dort nach ihrem Mittagessen zu suchen…



La pêche à pied à Quiberon
Foto von Philip Plisson, der auf unseren Partnerseiten vorgestellt wird, Webseite www.plisson.com



Der Gedanke an jene Momente, als er inmitten einer großzügigen Natur die Meeresfrüchte des Ozeans entdeckte, weckt in jedem Bretonen zahllose Kindheitserinnerungen und auch wenn die Ausbeute manchmal nicht allzu üppig ist, geht man dennoch nie mit leeren Händen nach Hause. Die Kinder lernen von ihren Großvätern, wo die geheimen Fangstellen sind, welche Fangtechniken es gibt und sie lernen dadurch den Respekt vor der Natur.

Nachdem eine Spalte oder ein Loch durchsucht wurde ist es beispielsweise unbedingt erforderlich, die Algen, Steine und Felsen wieder in ihre ursprüngliche Position zu bringen. Und zwar genau so, wie man sie vorgefunden hat und nicht umgedreht, denn an der verborgenen Seite dieser Steine und Felsen leben Mikroorganismen und Larven, weshalb sie wieder korrekt positioniert werden müssen.




Les moules



An der gesamten bretonischen Küste gibt es starke Gezeiten, wobei die stärksten nahe des Mont St-Michel und Saint Malo stattfinden, wo die Flut 15 Meter erreicht. Wenn der Wasserrückfluss dann die weitläufigen Ufer freigibt und den Zugang zu den kleinen Inseln ermöglicht, wenn sich das Wasser zur Erkundung durch Wanderer von Fels- oder Sandbänken zurückzieht, dann gibt es jede Menge zu entdecken und zu fangen!



La pêche à pied
Foto von Philip Plisson, der auf unseren Partnerseiten vorgestellt wird, Webseite www.plisson.com



Kinder stehen meist staunend in einer mit Wasser gefüllten, einem magischen Teich ähnelnden Spalte, oder sind bei nahender Flut fasziniert vom Anblick der Garnelen, die sich wie „elektrisiert“ fortbewegen, von den  majestätisch anmutenden Meeresanemonen, den kleinen Krabben aller Art, den bunten Algen und den vielfältigen kleinen Muscheln.

Wie eine Welt für sich birgt eine einfache Wasserpfütze das Wunder eines lebenden Mikrokosmos. Man muss kein versierter Angler sein, denn es ist die Natur, die uns all das lehrt, was von Generation zu Generation weiter gegeben werden muss. Erinnern wir uns nur an die verheerenden Schäden der mit Erdöl verseuchten bretonischen Küsten, den Tod und die Zerstörung, die uns die Ölpesten hinterlassen haben.




St Cast
Foto von Philip Plisson, der auf unseren Partnerseiten vorgestellt wird, Webseite www.plisson.com


Aber zurück zur Strandfischerei, die laut Gesetz folgendermaßen definiert wird: Fischerei, die am öffentlichen Meeresufer am Boden oder im Wasser bis maximal in Hüfthöhe praktiziert wird. Ein Schiff darf nur genutzt werden, um die Fangzone zu erreichen. Die „Ernte“ der Meeresfrüchte ist ein französischer, aber auch kulinarischer Begriff, der den Geschmack von Meer, Jod, Algen usw. zum Ausdruck bringt.



fruits de mer




Gute Restaurants haben in der Bretagne häufig Meeresfrüchteplatten auf ihrer Karte und diese bestehen meist aus Muscheltieren: Austern, Venusmuscheln und Miesmuscheln aber manchmal auch Clamsmuscheln und Seeigel, Seemandeln oder Jakobsmuscheln und nicht zu vergessen Strandschnecken und Wellhornschnecken… sowie viele weitere Köstlichkeiten aus dem Meer, je nachdem, in welcher Gegend der Bretagne Sie Ihr Mittag- oder Abendessen einnehmen.

 

fruits de mer



Außerdem auf einer Meeresfrüchteplatte: Krustentiere, Garnelen, Krabben: Seespinnen, Schwimmkrabben und Taschenkrebse. Und natürlich der Herr der bretonischen Gewässer, der blaue Hummer.




Homard




Eine wahrhaft reichhaltige Meeresfrüchteplatte! Treffen Sie Ihre Wahl je nach Budget und Angebot des Restaurants… Als Beilage gibt es Brot mit Butter oder gesalzener Butter sowie Mayonnaise, Vinaigrette, Zitrone und oft wird auch eine Schalottensauce dazu gereicht. Als Wein empfiehlt sich ein Muscadet, ein Loire-Wein oder ein Wein aus dem Elsass. Aber auch ein Rosé-Wein passt gut dazu.




Huîtres




Allerdings, wenn Sie bei Ebbe, oder besser eine Stunde vorher losziehen, um vom Rückzug des Wassers zu profitieren und einen guten Fang zu machen, dann hätten Sie schon viel Glück, wenn Sie aus dem was Sie gefangen haben, eine solche Mahlzeit zubereiten könnten. Dennoch gibt es Leute, denen dieses Kunststück auch im Jahr 2015 noch gelingt! Was in den 70er Jahren bei einem Spaziergang am Meer durchaus noch möglich war, ist heutzutage längst nicht mehr so einträglich. Die Ressourcen sind nicht mehr das, was sie einmal waren und die Älteren können den Artenschwund an der Küste nur bestätigen.




Crabes




Aus diesem Grund ist, wie vieles andere auch, die Strandfischerei von der Fischereipolizei geregelt, wobei heutzutage außerdem ökologische Aspekte berücksichtigt werden. Ebenso unterliegt das Fanggerät den Vorschriften, man kann nicht machen was man möchte, denn der Fang ist begrenzt, sowohl was die Anzahl einer gefangenen Art als auch deren Größe betrifft. Es finden Kontrollen statt und Urheber von Verstößen müssen mit der Zahlung von Geldstrafen rechnen. Einige, zeitweise erkrankte oder selten gewordene Muschelarten können beispielsweise von der Fischerei ausgenommen werden, wie es zum Beispiel bei der Abalone der Fall war, einer sehr gewilderten, echten Meeresköstlichkeit. Einige Arten sind geschützt, andere können außerdem aus gesundheitlichen Gründen, meist punktuell, verboten werden. Auch die Fangsaison, wie die der Jakobsmuschel, ist häufig geregelt.


Crabe
Die an unseren Küsten heimischen Arten die gefangen werden können sind zahlreich, darunter viele mehr oder weniger essbare aber auch sehr schmackhafte und manchmal sehr begehrte Muschelsorten wie Messermuscheln,  Seemandeln, Jakobsmuscheln, Venusmuscheln, Strandschnecken, Wellhornschnecken und nicht zu vergessen Austern und Miesmuscheln… etc.

Zum Fang bieten sich aber auch Plattfische wie Petermännchen, Sandaale, Meeraale sowie Scholle und Steinbutt an… weitere beliebte Köstlichkeiten der bretonischen Atlantikküsten sind Tintenfisch, Languste, Hummer, Bärenkrebse, Kaisergranaten, Galathea-Krabben, Krabben: Taschenkrebse, Seespinnen und rosa Geißelgarnelen, die beim Kochen eine schöne Farbe annehmen…



fruits de mer




Strandfischen wird bei Ebbe praktiziert, weshalb man sich über den Wechsel der Gezeiten informieren sollte. Sie finden diese Zeiten im Buch-, Tabak- oder Zeitschriftenhandel sowie im Internet und in den Tageszeitungen. Mit einem guten Fang kann man bei stark ausgeprägten Gezeiten rechnen, denn dann zieht sich das Meer weiter als sonst zurück und dem Fischer bieten sich dadurch noch unerforschte Zonen… wer zuerst  kommt macht den besten Fang! Ein kleiner Tipp: Kommen Sie 1 Stunde vor Beginn der Ebbe…

Plage du Sillon St Malo
Foto von Philip Plisson, der auf unseren Partnerseiten vorgestellt wird, Webseite www.plisson.com



In jedem Fall sollten Sie die frische Seeluft bei einem Spaziergang entlang der Küste nutzen. Wir wünschen einen guten Fang!

Philippe.