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Die verschlossene Stadt von Concarneau


Concarneau La ville close



Die ‘ville close’, übersetzt die ‘verschlosssene Stadt’, von Concarneau, die von Befestigungswällen eingeschlossen und von einem mächtigen Turm überragt wird, ist das Wahrzeichen von Frankreichs drittwichtigstem Fischereihafen. In ihren historischen Straßen mit Häusern aus Granit findet sich demzufolge auch ein Fischereimuseum in einer ehemaligen Werft, wo die Rolle der Fischerei in Concarneaus Geschichte gezeigt wird. Zum Museum gehören auch mehrere im Wasser liegende Boote, unter anderem ein Trawler. Ein Spaziergang an den Befestigungswällen bietet einen hervorragenden Blick auf die Stadt und ihre Häfen – den Yachthafen, den Fischereihafen, den Handelshafen – und auf die belebten Uferpromenaden. Nicht verpassen sollte man das ‚Filets Bleus‘ (Blaue Netze) Festival Mitte August, ein traditionelles bretonisches Volksfest.



Concarneau La ville close  Concarneau La ville close



Dieses befestige Inselchen in der fischreichen Bucht, das später die verschlossene Stadt genannt werden sollte, beherbergte ursprünglich nur eine Gemeinde von Fischern bis dort die Mönche der Abtei von Landévennec eine Priorei gründeten. Die ersten Befestigungsanlagen um die kleine Insel herum, die damals nur ‚Conq‘ hieß, entstanden im 13 Jahrhundert. Der eigentliche Ausbau erfolgte dann im 15 Jahrhundert, ab dem die Stadt dann im bretonischen als ‚Conq-Kerne‘, übersetzt die ‚Bucht von Cornouaille‘, bezeichnet und schnell einer der ersten herzöglichen und dann königlichen Zitadellen der Bretagne wurde.



Concarneau La ville close



Im 16 Jahrhundert erfuhr die Stadt eine Blüte dank des florierenden Handels mit Getreide, Fisch, Wein und Salz aus Bordeaux. Um 1540 wurden ein Krankenhaus, ein Gefängnis, eine Kaserne und ein öffentlicher Brunnen gebaut ebenso wie die Kirche St. Guénolé mit dem dazugehörigen Friedhof. Vauban veränderte an einigen Stellen die Befestigungen und hatte große Pläne für den weiteren Ausbau, die jedoch nie realisiert wurden. 1906 wurde allerdings noch der Turm mit der großen Turmuhr errichtet.



Concarneau La ville close



Parallel zum militärischen Ausbau der Stadt drehte sich das tägliche Leben um die Sardinenfischerei. Am Ende des 18. Jahrhunderts waren nicht weniger als 300 Boote damit beschäftigt. Nach 1850 öffneten die ersten von später rund 30 Konservenfabriken, die praktisch die ganze Bevölkerung von etwa 7.000 Bewohnern zur damaligen Zeit beschäftigten. Das Verschwinden der Sardinenbänke bedeutete jedoch das Ende der Flotte, die bis dahin auf 800 Boote angewachsen war und ließ Not in der Stadt einkehren. Zu dieser Zeit entstand auch die Filets Bleus Bewegung, um notleidende Familien zu unterstützen.



Concarneau La ville close


Concarneau La ville close



Das Schicksal der Stadt wendete sich aber mit dem Ausbau des hinteren Hafens und der Renaissance des Fischens von Thunfischen mit Schleppnetzen wieder zum Besseren, Nach dem zweiten Weltkrieg sicherte eine neue Generation von Thunfisch-Hochseefischern die Rolle von Concarneau als einem der wichtigsten französischen Fischereihäfen. Mit insgesamt 140.000 Tonnen frischem Fisch und tropischem Thunfisch ist Concarneau der zweitwichtigste Fischereihafen in Frankreich und der größte für Thunfisch in Europa. Die Flotte von 110 Trawlern und 25 Schiffen mit Schleppnetzen für Thunfische beschäftigt heute 1.300 Seeleute die von der Irischen See bis zu den Azoren und manchmal sogar bis in den Indischen Ozean ausfahren. Hinzu kommen weitere 140 kleinere Fischerboote verschiedenster Bauart für den lokalen Fischfang von Kabeljau, Mönchsfisch, Rotzungen, Seezungen, Rochen, Muscheln, Krustentieren, Langusten und immer auch noch Sardinen.



Concarneau La ville close  Concarneau La ville close



Am Eingang zur verschlossenen Stadt findet sich rechterhand das in 2005 eröffnete ‚Maison du Patrimoine‘, welches Ausstellungen und Werkstätten für Kinder beherbergt und der Ausgangspunkt für geführte Touren sowie Zugang zu den Befestigungswällen ist. Geht man in die Stadt findet sich nach dem Eingang zum Gouverneurssitz in der Rue Vauban das Fischereimuseum, das in der ehemaligen Kaserne untergebracht ist. Dieses ist mit seinen Erklärungen zu den Techniken der Fischerei sowie der Geschichte von Stadt und Hafen besonders interessant. Ebenso kann man einen Trawler, die Hémérica, besuchen und begehen, um ein Gefühl für die Fischerei auf hoher See zu entwickeln.




Concarneau La ville close   Concarneau La ville close



In der Rue Vauban standen zwischen dem 15ten und 16ten Jahrhundert über hundert Wohnhäuser. Im Herzen der verschlossenen Stadt gelangt man zum Place St. Guénolé, der mit einem Brunnen verziert ist.



Concarneau La ville close



Die verschlossene Stadt ist einer der touristisch meist besuchten Orte der Bretagne mit vielen Souvenirgeschäften, Handwerks- und Kunstboutiquen, Crêperien und Cafés, Eisdielen, Geschäften mit see- und wetterfester Bekleidung sowie Verkäufern der ‚Galettes Bretonnes‘ und anderer regionaler Gebäckspezialitäten. Am Eingang zur Zitadelle kann man im Vorbeigehen dann oft noch einigen Straßenmusikern zuhören.



Concarneau La ville close



Die Befestigungsanlagen sind mit zahlreichen Türöffnungen durchbrochen, wie die ‚Tür des Weins‘, die ‚Tür der Räuber‘ und durch die ‚Tür des Hufeisens‘ gelangt man ungehindert auf die Uferbefestigung, von wo aus man einen herrlichen Blick auf die Hafeneinfahrt hat. Außerdem wartet die kleine Lanriec Fähre darauf entdeckt zu werden, die einen an das gegenüberliegende Ufer übersetzen kann.



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Der Place du Petit Château ist eine überraschend ruhige Oase des Grünen in dieser Hochburg des Tourismus, von wo aus man durch eine Türöffnung in der Befestigungsmauer die ein- und ausfahrenden Fischerboote beobachten kann.

Philippe.